Am Sonntag 6. September findet im Deutschen Landwirtschaftsmuseum
Schloss Blankenhain um 14.00 Uhr eine Sonderführung zum Themenfeld der
Vertreibung und der Neubauernbewegung statt.
Mit dem Vorrücken der Roten Armee im Osten begann ab dem Kriegsjahr 1944
der Exodus der Deutschen aus den Gebieten des ehemaligen
Ostdeutschlands. Ob aus dem Baltikum, Ostpreußens oder Schlesiens, ein
Treck von Flüchtlingen machte sich auf Richtung Westen. Nach Kriegsende
1945 wurden in den von den Siegermächten besetzten Gebieten östlich von
Oder und Neiße sowie in den deutschen Siedlungsgebieten Südost- und
Mittelosteuropas die Menschen planmäßig vertrieben und ausgesiedelt.
Diese Trecks von Menschen auf der Flucht prägten das
Nachkriegsdeutschland nachhaltig. Menschen ohne Heimat mussten in ihnen
fremden Regionen wieder angesiedelt und integriert werden, was noch bis
weit in die 1960er Jahre hinein dauerte.
In den nach 1949 gegründeten beiden deutschen Staaten wurden diese
Ereignisse aus ideologisch-politischen Motiven ganz unterschiedlich
gesehen und bewertet. In der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) begann
sehr bald die Umgestaltung des Lebens nach den Lehren des Sozialismus.
Mit der Bodenreform und der entschädigungslosen Enteignung von
Großgrundbesitzern sollten Neubauern das Land bebauen. Viele der aus dem
Osten Geflohenen nutzen diese Chance auf neues Eigentum in einer neuen
Heimat.
Im Rahmen dieser Sonderführung werden die geschilderten historischen
Abläufe in den Ausstellungen des Museums den Besuchern erläutert. Diese
Sonderführung kann zum normalen Museumseintrittspreis besucht werden.
Das Blankenhainer Museum ist täglich von 9.00 bis 18.00 Uhr geöffnet.

DLM Schloss Blankenhain / S. Oettler